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Geschichten von St. Lucia

Wo Geschmack auf Kultur trifft: Ein Besuch des Castries Market

Wenn Sie wirklich verstehen wollen, worum es bei der St. Lucian Küche geht, müssen Sie am Morgen den Castries Market besuchen. Es ist der Ort, an dem Einheimische ihre täglichen Einkäufe erledigen und an dem die Zutaten, die in Restaurants auf der ganzen Insel verwendet werden, direkt von den Erzeugern verkauft werden.

Der Markt ist täglich geöffnet, aber am Samstag ist am meisten los, wenn Landwirte aus allen Teilen der Insel kommen, um ihre Waren zu verkaufen. Die Zahlungen erfolgen in ostkaribischen Dollar (XCD), obwohl die meisten Händler auch US-Dollar akzeptieren. Bargeld ist bevorzugt, und kleine Scheine sind nützlich.

Das erste, was Ihnen auffällt, ist die Vielfalt der Mangos. St. Lucia baut über 10 lokale Sorten an, und auf dem Markt finden Sie oft Sorten wie Julie, Graham, Starch und Long Mango. Die Unterschiede liegen nicht nur in der Form, sondern auch im Geschmack: Einige sind sehr süß und dicht, während andere faseriger oder leicht säuerlich sind. Die Verkäufer sagen Ihnen genau, welche sich am besten zum sofortigen Verzehr eignen und welche besser für Säfte sind.

Bananen sind ein weiteres Grundnahrungsmittel. Die grünen, sogenannten „grünen Feigen“ werden nicht als Obst, sondern als Beilage, entweder gekocht oder gebraten, mit einem Geschmack ähnlich wie Kartoffeln gegessen. Sie sind die Grundlage des traditionellen Gerichts „grüne Feigen und Salzfisch“, das als Nationalgericht der Insel gilt.
In vielen Bereichen des Marktes finden Sie frische Kokosnüsse, die vor Ort geöffnet werden, sodass Sie das Wasser durch einen Strohhalm trinken können, während das weiche Fruchtfleisch sofort als einfacher, erfrischender Snack gegessen wird.

Unter den weniger bekannten Früchten ist Soursop (Graviola) eine der begehrtesten. Es wird ganz oder bereits geschnitten verkauft und für dicke, leicht säuerliche Säfte verwendet. Die Verkäufer können Ihnen zeigen, wie Sie eine reife Frucht auswählen: Die Schale sollte sich leicht weich anfühlen.

Brotfrucht ist nicht süß und wird nicht roh gegessen. Sie wird normalerweise ganz verkauft, und die Einheimischen bereiten sie gebacken oder gebraten zu. Ihr Geschmack ist neutral, irgendwo zwischen Brot und Kartoffel, was sie für herzhafte Gerichte geeignet macht.

Ein interessantes Detail ist das Vorhandensein der Frucht namens „fünf Finger“ (Karambola), die aufgrund ihres leicht säuerlichen Geschmacks oft in Säften verwendet wird. Sie finden auch „goldenen Apfel“, der in lokalen Erfrischungsgetränken verwendet wird, und „Tamarinde“, die als Schoten oder Paste verkauft wird.

Der Gewürzbereich ist ebenso wichtig. St. Lucia produziert Muskatnuss, Zimt und Kakao, die entweder roh oder gemahlen verkauft werden. Sie können festen Kakao kaufen, um „Kakao-Tee“ zuzubereiten, ein traditionelles Frühstücksgetränk aus Milch und Gewürzen.

Zusätzlich zu den Zutaten gibt es auch Stände, die fertige Speisen verkaufen. Hier können Sie frisch zubereitete Naturäfte probieren: Mango, Passionsfrucht oder Soursop, sowie einfache lokale Snacks, die am selben Tag gekocht werden.

Der Castries Market ist keine Touristenattraktion im traditionellen Sinne. Er ist nicht für Besucher organisiert, sondern für die Gemeinschaft. Genau deshalb fühlt sich das Erlebnis authentisch an: Sie sehen, was die Leute kaufen, wie sie verhandeln, was Saison hat und wie alltägliche Lebensmittel auf der Insel aussehen.

Für einen Reisenden, der sich für die kulinarische Seite von St. Lucia interessiert, bietet dieser Markt einen echten Ausgangspunkt. Sie entdecken nicht nur exotische Früchte, sondern verstehen auch, wie sie verwendet werden und warum bestimmte Aromen die Küche der Insel prägen.